Übernachtung im Winterraum der Coburger Hütte

Manchmal sind spontane Ideen einfach die besten und so haben wir uns ins Auto gesetzt und sind kurzer Hand in Richtung Ehrwald gefahren. Unser Plan: Aufstieg zur Coburger Hütte samt Übernachtung im Winterraum, um unsere neuen Schlafsäcke zu testen. Kein großes Tamtam, keine große Tourenplanug, einfach drauf los und raus aus dem Alltag – Microadventure vom Feinsten!

Gegen Mittag parken wir das Auto an der Talstation der Ehrwalder Bergbahn, schultern die Rucksäcke und gönnen uns die Bergfahrt mit der Gondel. Nach 4h im Auto, wollen wir es entspannt angehen lassen. Keine 20 min später erwartet uns das Kontrastprogramm nach dem wir uns so gesehnt haben: drumherum nichts als Berge, kaum eine Menschenseele ist unterwegs und wir machen uns ganz entspannt auf den Weg in Richtung Seebensee – unser erstes Zwischenziel.

Von Ehrwald zum Seebensee

Die Almen an denen wir vorbei laufen haben zu dieser Jahreszeit noch alle geschlossen. Erst Anfang Juni beginnt der Bergsommer. Die Natur strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und ich merke mal wieder, wie sehr das Laufen hilft, den Kopf frei zu bekommen. Einen Fuß vor den anderen setzend lassen wir den geschotterten Fahrtweg hinter uns und biegen auf einen romantischen Waldweg ein. Über Stock und Stein kommen wir gut voran und nach ca 1,5h erstreckt sich plötzlich der Seebensee vor uns. Eingebettet zwischen dem Vorderen Tajakopf im Osten, dem Vorderen Drachenkopf im Süden und der Ehrwalder Sonnenspitze im Westen liegt er da und sieht einfach wunderschön aus.

Vom See aus sehen wir linker Hand auch das erste Mal die Coburger Hütte, eingebettet in der Mieminger Kette – unser heutiges Ziel. Wir machen nicht lange Pause sondern beschliessen uns an den Aufstieg zu wagen, denn der verspricht nochmals spannend zu werden: normalerweise läuft man von der Talstation der Materialseilbahn in zahlreichen Serpentinen hinauf zur Hütte auf 1917m. Normalerweise. Für mich erfüllt sich aber das befürchtete Horrorszenario: der Schnee ist noch nicht weg.

Aufstieg vom Seebensee zur Coburger Hütte

Die Serpentinen zur Hütte rauf sind immerhin zu erahnen und Gott sei Dank sehen wir die Hütte schon über uns. Mit dem Ziel fest vor Augen und viel gutem Zureden, kämpfe ich Schritt vor Schritt gegen meine Angst an, die mich (warum auch immer) bei Schneefeldern immer wieder aufs neue komplett blockiert.

Auf der Coburger Hütte angekommen genießen wir den fantastischen Ausblick über den Seebensee und richten uns im gemütlichen Winterraum ein. Im Häuschen der Materialseilbahn gibt es ein kleines Matratzenlager und in der Stube steht sogar ein Holzofen. Allerdings ist um diese Jahreszeit das Holz restlos aufgebraucht. Gut, dass wir extra den Gaskocher eingepackt haben! Nach einer zünftigen Brotzeit und Zähneputzen mit Aussicht, kuscheln wir uns in die Schlafsäcke und beglückwünschen uns selbst zu der grandiosen Idee, dass wir am Morgen ins Auto gestiegen sind, um ein wenig Abenteuerluft zu schnuppern.

Übernachtung im Winterraum

In der Nacht zieht Gewitter auf. Es stürmt und regnet, aber im Winterraum der Coburger Hütte sind wir sicher und unsere neuen Schlafsäcke entpuppen sich als absoluter Glücksgriff: die sind nämlich nicht nur kuschelig und sehen gut aus, sondern halten auch einwandfrei warm.
Am nächsten Morgen erwartet uns feinstes Kaiserwetter: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.

Wir lassen uns Zeit und starten ganz entspannt mit Kaffee und Nutellabrot in den Tag. Dort sitze ich also an der Hauswand, mit der Sonne im Gesicht und den Bergen vor der Nase und bin einfach glücklich im Hier und Jetzt.

Sometimes life is about doing. You don’t need a reason for everything in your life. Do it because you want to. Because it’s fun. Because it makes you happy. And because the memories will last forever. #mountaingirl

 

2 Kommentare

  1. Wunderschöner Beitrag 🙂

    ich bin auf deinen Artikel gekommen, da ich kommendes Wochenende auf der Hütte verbringen mag.

    Vielen lieben Dank und einen wunderbaren Tag!
    Liebe Grüße, Leo

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