Skifahren lernen – Mein Erfahrungsbericht

Eigentlich wollte ich euch in meiner ersten Wintersaison auf zwei Brettern ganz ausführlich Tag für Tag mitnehmen und Schritt für Schritt erzählen wie das so ist mit dem Skifahren lernen mit 25. Eigentlich … uneigentlich gibt es zum Ende der Saison eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Skifahren war ich ganz ausgiebig und mit großen Fortschritten. Die Schlechte: ich war so mit Skifahren beschäftigt, dass ich gar nicht zum Schreiben gekommen bin. Nun will ich euch also wenigstens zum Ender der Wintersaison berichten, wie es mir in den letzten Monaten als Schneehase so ergangen ist. Also lehnt euch zurück und macht es euch bequem. Es könnte etwas länger dauern …

Skifahren lernen – aber wie fängt man an?!

Wie ihr vielleicht bereits wisst, habe ich meine ersten Versuche auf zwei Brettern dank der Skihalle in Bispingen ganz in der Nähe von Zuhause gemacht. Wenn ich aus heutiger Sicht daran zurück denke, kommt es mir vor als liegen Welten zwischen Dezember und Heute. Ich erinnere mich noch daran wie ich den Skilehrer gefragt habe ob es einen rechten und einen linken Ski gibt und mir still und leise dauernd die Frage stellte, wie in Gottes Namen ich jemals auf diesen beiden Brettern unter meinen Füßen einen echten Berg runter kommen sollte.

Skifahren lernen an der Alpspitzbahn

Richtig real wurde der Plan mit dem Skifahren dann im Januar als mich Explorer Hotels nach Nesselwang, in der Nähe vom Schloss Neuschwanstein einlud. Dort erwartete mich zum ersten Mal eine RICHTIGE Piste mit ECHTEM Schnee – freie Wildbahn sozusagen. Auch diese Feuertaufe habe ich frohen Mutes und ohne große Blessuren überstanden. Ab diesem Moment hatte ich dann auch Blut geleckt – aber ich erinnere mich noch als so gut daran, wie ich auf der blauen Piste stand, die letzten 200m Abfahrt vor mir mit dem Gedanken, dass ich DAS auf gar keinen Fall leben überstehen würde. Jetzt im Nachhinein kann ich es ja zugeben: ich hätte mir am liebsten vor Angst in die Hose gemacht! ABER man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben und wer mutig ist wird belohnt.

Skireise für Anfänger gesucht

Feuer und Flamme hatte ich bereits im Dezember angefangen eine geeignete Skireise zu finden. Leider entpuppte sich diese Recherche-Aufgabe als nicht ganz so einfach, da die meisten Skireisen (scheinbar) eher ihren Fokus auf Après Ski und Alkoholkonsum legten. Dafür war mir mein Geld aber zu schade und ich suchte weiter, schliesslich wollte ich Skifahren lernen. Gott sei Dank ergab sich die Möglichkeit zusammen mit einer ganzen Truppe Snowboardfahrer aus Hamburg im Februar für eine Woche runter ins Zillertal zu fahren. Ja ich gebe zu, SNOWBOARDFAHRER war tatsächlich ein kleiner Minuspunkt, aber hej – Hauptsache Berge und Ski. Den Rest würde ich schon irgendwie selbst hinbekommen. Also ging es Mitte Februar auf ins Zillertal. Die Mission: Skitag 6-12 heile überstehen.


Skifahren lernen in Tirol

Natürlich machte es keinen Sinn mich an all die Snowbard-Pros ran zu hängen, deswegen stand die Woche Mayrhofen ganz im Zeichen der Tiroler Skischuhe. Sonntag ging es los – drei Tage Skikurs in Tirol voller Power durch. Aus finanziellen Gründen beschloss ich mich gegen Privatstunden, dafür aber 6h Gruppenunterricht pro Tag, drei Tage hintereinander weg. Den Skipass kaufte ich auch zunächst erst Mal für 3 Tage (der kleine Pessimist in meinem Kopf hatte Angst vor Beinbruch und Krankenhaus). Ausrüstung war schnell geliehen und ab ging es auf die Piste. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die drei Tage Skikurs das Beste waren was ich zu diesem Zeitpunkt hätte machen können. Im Vergleich zu meinen drei Skitagen an der Alpsitzbahn verlor ich jegliche Angst vor den Pisten, der Skilehrer erklärte einiges an Tricks und Kniffen und gerade beim Nachmittagsunterricht (Vormittags war das Hauptthema Technik, Nachmittags stand Fahrpraxis auf dem Programm) lernte ich unheimlich viel und merke selbst wie ich von Tag zu Tag sicherer wurde.

Somit gab es also keinen Zweifel, dass ich an meinem vierten Tag im Zillertal meinen Skipass verlängerte. Es war mir eine ganz besondere Ehre, dass mich in der zweiten Wochenhälfte die Snowbardcrew, die es in meinem Anfänger-Augen einfach absolut drauf hatte, sogar mitnahm! Blaue Pisten, Rote Pisten bis hin zu meiner ersten schwarzen Piste und einer ganz besonderen Premiere: meine erste Talabfahrt. Stolz wie Bolle musste das natürlich bei dem ein oder anderen Mirabellen Schnapserl und standesgemäßem Après-Ski gefeiert werden. Gut, dass das Appartement nicht weit von der Après-Ski Bar entfernt lag … 😉

Als ich nach insgesamt 12 Skitagen wieder aus dem Zillertal auf dem Weg nach Hause im Auto saß, war ich hundert Prozent sicher: das war’s mit Skifahren für diese Saison. ABER – falsch gedacht! Das Skifahren hatte nämlich noch eine ganz miese fiese Nebenwirkung: plötzlich sitzt man als #Mountaingirl nicht mehr nur in Hamburg und checkt den Wetterbericht um zu sehen wann die Wanderwege endlich wieder schneefrei sind – nein – plötzlich checkt man auch den Schneebericht und das Herzchen fängt an schneller zu schlagen wenn plötzlich das Wort Neuschnee auf dem Bildschirm aufblinkt.

Wilder Kaiser wir kommen!

Der Winter 2017/18 rückte also urplötzlich noch mal in weite Ferne und von Jetzt auf gleich beschloss ich, dass mir jegliche Entfernungen egal sind und dieser Winter noch mal so richtig ausgenutzt werden musste!
Wenn das Herz erst einmal verloren ist, dann hat der Verstand einfach nichts mehr zu melden. Welch ein Glück, dass es mich aufgrund eines Meetings sowieso im März noch mal nach München verschlug. Was lag da wohl näher, als kurzerhand die Skiklamotte einzupacken und ein Wochenende am Wilden Kaiser anzuhängen. Wie praktisch!

Skitag 13 und 14 hatte ich somit also auch in der Tasche. Diese beiden Tage gehören in der Saison definitiv zu meinen deprimierendsten Skitagen. Es war viel zu warm, der Schnee war matschig, meine Leihski wollten nicht so wie ich es wollte und zu guter letzte landete ich auch noch in Kitzbühl statt in Ellmau weil ich mich im Skigebiet hoffnungslos verfahren hatte. Ohne Geld in der Tasche war dieses Abenteuer dann letztendlich doch irgendwie eins meiner Highlights der Skisaison 2016/17. Aber die Story erzähl ich euch vielleicht ein andermal. 😉

  

Aufstehen – weitermachen!

Zurück in Hamburg lies mich die Erinnerung an dieses deprimierende Wochenende irgendwie nicht los. Es wurmte mich, dass ich ständig so große Fortschritte gemacht hatte und nun mit diesem unzufriedenen Gefühl im Bauch die Saison 2016/17  beenden sollte. Das gefiel mir so gar nicht. Wie passend, dass ausgerechnet zum Saisonfinish in Ischgl buchstäbliches Kaiserwetter gemeldet war! 40cm Neuschnee, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein – und das über’s lange 1. Mai Wochenende.

Skifahren im Mai

Da Skifahren ja bekanntlich auch verbindet hatte ich schon vor einigen Wochen eine äußerst nette Bekanntschaft auf Instagram gemacht, wir tauschten uns Dienstags kurz aus und schwuppdiwupp saßen wir Freitag Nachmittag spontan im vollgepackten Auto – Ischgl wir kommen! Und was soll ich sagen?! Ich bereue nicht. Gar nichts! Skitag 15, 16 und 17 in Ischgl war die geilste Zeit die ich in diesem Winter auf der Piste hatte. H-A-M-M-E-R. Einfach nur geil. Es hat gefluppt wie sonst was, das Material hat gestimmt, der Schnee war genial und ehe ich es mich versah, fand ich mich plötzlich in einer Gruppe von rund 10 Skilehrern wieder die mich technisch noch mal einen ziemlichen Schritt nach vorne brachten. Muskelkater und Sonnenbrand inkl. So muss Winter sein!

Mit diesem genialen Saisonfinish in Ischgl, fiel es mir nun um einiges leichter den Winter zu verabschieden. Voller Stolz denke ich zurück an die letzten Monate und bin einfach glücklich wie gut alles geklappt hat. Von der anfänglichen Idee das Skifahren mal auszuprobieren habe ich mich im Schweiße meines Angesichts durchgebissen – Skilehrer, Skischule, alleine Fahren, schlechtes Wetter, schwarze Pisten, negative Kommentare und pessimistische Prophezeiungen – es war ein Kampf mit mir selbst, meiner Comfort Zone und der großen Angst zu Versagen.

Aber ich sag euch was: das war es wert! Jeder einzelne Sturz, jede einzelne Minute auf den Skiern und jede unendlich scheinende Autofahrt in den Süden war es wert für diesen Augenblick auf der Piste. Dieser Moment indem ich zum Saisonfinish in Ischgl auf den Brettern stehe und bei einer traumhaften Abfahrt merke: es läuft. Ganz von alleine, smooth und sicher gleite ich nach 17 Skitagen eine schwarze Piste hinunter und es macht einfach irrsinnig viel Spaß!

Das Beste kommt zum Schluss

Und nun gab es zu allem Überfluss zum Saisonfinish noch eine ganz besondere Überraschung die mich in Freudentränen und -geschrei gleichermassen hat ausbrechen lassen: nächstes Jahr darf ich powered by Snow Card Tirol die Pisten in ganz Tirol unsicher machen! Keine teuren Liftpässe sondern EINE Karte für ALLE Skigebiete in GANZ Tirol. Ist das geil oder ist das geil?! Das ist wie Weihachten im Sommer. Geburtstag hoch drei und überhaupt die größe Freue die man einem #mountaingirl in Hamburg machen kann. Skifoan unlimited – und ich mitten drin. *YES YES YES*

Aber nun werden erst einmal die Wanderschuhe geputzt und gefettet, denn in einer Woche geht es wieder los in die Berge, der Wilde Kaiser ruft wieder. Diesmal mit Wanderschuhen statt auf Skiern. Aber die Bretter stehen in meinem Wohnzimmer und erinnern mich jeden Tag daran, dass die dunkle Jahreszeit auch ihre guten Seiten hat: Schnee. Pisten. Skifahren.

Und ich freu mich jetzt schon auf eine unvergessliche Saison mit der Snowcard Tirol.

 

 

 

Kategorie Outdoor, Snow

Hej hej, ich bin Lisa. Naturkind, sturmverrückt und Surferbraut im Herzen. Solange der Wind mit meinen Haaren spielt und ich dieses unverkennbare Kribbeln der Freiheit in den Fingerspitzen fühle, schlägt meines kleines Herzchen etwas schneller. Ich glaube an die große Liebe, die Seelenheilung durch heißen Kakao und daran, dass meine roten Gummistiefel Superkräfte verleihen. Ohne Kaffee bin ich morgens nicht aus dem Bett zu kriegen und für ein Blaubeermuffin würde ich selbst das Surfbrett links liegen lassen.

2 Kommentare

    • Hallo liebe Sandra – es freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat. 🙂 Fährst du auch Ski? Ich werde diese Saison auch wieder unten sein – vlt hast du ja noch ein paar andere Skigebiete als Empfehlung für mich?! Liebe Grüße, Lisa

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