Kategorie: Lokalrunde

Jaeger Le Coultre Masterclass auf dem Weingut Robert Weil

Schweizer Uhrwerke – aus Tradition und Leidenschaft

Die Schweiz ist nicht nur bekannt für die höchsten Weinberge Europas, sondern genießt heute mehr denn je den Ruf als weltweit bester Standort für die Produktion komplizierter mechanischer Armbanduhren höchster Qualität. Hier, inmitten der Schweizer Jura im Vallée de Joux, arbeitet die Manufaktur Jaeger LeCoultre seit 1833 daran, ihrer Kreativität und Leidenschaft weiterzuentwickeln und sich selbst mit filigranster Uhrmacherkunst immer wieder neu zu erfinden.

Rheingauer Riesling – In aller Munde

Schon Kaiser Wilhelm wusste den Rheingau als einzigartiges Anbaugebiet zu schätzen. Er ließ sich 1918 von Dr. Robert Weil edelsten Riesling als weisses Pendant zu den großen Weinen des Bordeaux liefern. Bis heute baut das Weingut in vierter Generation Reben aus und ist mit seinen eleganten und fruchtbetonten Weinen weltweit für kompromisslose Qualität bekannt. Selektive Handlese und ein äußerst schonender Weinausbau im Keller sind nach wie vor obligatorisch bevor der Wein das Gut verlässt.

Pure Eleganz und die Qualität echten Handwerks

Wie bei der Produktion großer Weine, steht auch bei Jaeger LeCoultre Perfektionismus an erster Stelle. Von der Auswahl hochwertigster Materialien, bis zur minuziösen Arbeit an Ziffernblatt und Uhrwerk wird in der Schweizer Manufaktur nichts dem Zufall überlassen. Jedes Kaliber durchlebt einen aufwendigen Fertigungsprozess bis es sich auf den Weg zu seinem neuen Besitzer macht.

Uhren für Weinliebhaber

Was verbindet nun den Winzer mit dem Uhrmacher? Um diese Frage zu beantworten, lud Jaeger Le Coultre in kleiner Runde zur Masterclass auf dem Weingut Robert Weil im Rheingau ein. Auch ich hatte die Ehre, für einige Stunden in die Kunst des Uhrmacherhandwerks eintauchen zu dürfen.

Nachdem alle Teilnehmer spannende Hintergründe zur Geschichte der Schweizer Uhrmanufaktur erfahren durften, stiegen wir hinab in die geschichtsträchtigen Gewölbekeller des Weinguts. Schnell wird klar: Robert Weil und Jaeger LeCoultre haben so einiges gemein und teilen die selbe Vision: Verbindung zwischen Tradition und Moderne, Finesse und Eleganz zu gleichen Teilen.

Jaeger le Coultre im Rheingau

Am Nachmittag ist es dann soweit und alle Teilnehmer schlüpfen selbst in ihre weißen Kittel, und somit für ein paar Stunden in die Rolle des Uhrmachers. Das Gutshaus wurde eigens zu diesen Zwecken umgestaltet und erinnert mit all den kleinen Werkbänken ein wenig an die traditionellen Uhrmacher-Atelliers im Vallée de Joux.

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Das JLC Kaliber 770

Das Kaliber 770 aus der Jaeger-LeCoultre Geophysic True Second zeichnet sich durch ein besonders Highlight aus: die springende Sekunde, eine technisch höchst komplexe Komplikation.
Zugegebenermaßen, bin ich kein Uhrenexperte – jedoch erzählt der Leiter der Münchner Servicewerkstatt so begeistert von seinem Beruf, dass auch ich binnen kürzester Zeit anfange, eine wahre Begeisterung für die filigranen Uhrwerke zu entwickeln. Vorsichtig löse ich die ersten Schrauben (so groß wie ein Zuckerkorn), hebe die Platine mit der Pinzette ab und löse die Zahnräder aus der Maschinerie. Ich merke schnell: die Arbeit eines Uhrmachers macht Spaß – gilt es doch bei all den keinen Teilen den Überblick zu behalten und ein ruhiges Händchen zu bewahren.

Uhrmacher brauchen Fingerspitzengefühl

Kaum ist alles auseinander gebaut, gilt es die Kleinteile wieder zusammenzusetzen. Und zwar so, dass das Uhrwerk einwandfrei funktioniert! Keine leichte Aufgabe, die manch einen schier zur Verzweiflung bringt: so verschwinden Einzelteile auf nimmerwiedersehen in den Fugen des Parketts, springen unkontrolliert durch die Gegend und sind mit blossem Auge nicht mehr auffindbar. Es braucht viel Ruhe und Zeit – aber irgendwann ist auch das letzte Uhrwerk mit viel Fingerspitzengefühl wieder zusammengesetzt und wir stoßen mit köstlichem Riesling-Sekt auf einen rundum gelungenen Uhrmacherkurs an.

 

* Dieser Beitrag beruht auf einer Einladung seitens Weingut Robert Weil und Jaeger Le Coultre. Vielen Dank für das tolle Event!  / Presseeinladung, unbezahlte Werbung

Unterwegs im Rheingau: Der Rosengarten in Eltville

Warum in die Ferne fahren wenn das Schöne doch direkt vor der Haustür liegt? Treu diesen Mottos, haben wir am vergangenen Wochenende einen kleinen Ausflug ins nahegelegene Eltville gemacht. Die liebenswerte Kleinstadt zwischen Rüdesheim und Wiesbaden, gilt als die Stadt des Weines, des Sektes und der Rosen – Grund genug, die Stadt am Rhein etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Rosengarten

Nach circa 15 Minuten Fahrt von Wiesbaden aus, schlenderten wir ganz entspannt zu Fuß in Richtung Rosengarten: der Zeitpunkt ist gerade günstig, denn die Blüten erstrahlen in den buntesten Farben und der Duft im Innenhof der kurfürstlichen Burg ist bezaubernd. Ein wahres Rosenmeer erstreckt sich zu unseren Füßen und die Kletterrosen erklimmen bis zu 8 Metern hoch, das alte Gemäuer.

Sektmanufakturen in Eltville

Wir verlassen den Rosengarten und laufen weiter am Rhein entlang, gehen am Weinprobierstand vorbei und entdecken zufällig den Firmensitz der Marke “MM Extra Sekt“.
Mitte der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts begann Matheus Müller wohl als einer der ersten Fabrikanten am Rhein mit der Produktion schäumender Weine nach der „Méthode champenoise“. „MM Extra“ ist heute eine der bekanntesten Sektmarken Deutschlands – aber hättet ihr gewusst, dass der Sekt aus Eltville kommt?!

Nach kurzer Recherche finden wir heraus: auch die 1868 in Berlin gegründete Sektkellerei Schloss Vaux hat mittlerweile ihren Sitz in Eltville. Allerdings müssen wir unseren Besuch bei der Sektmanufaktur auf einen anderen Tag verschieben, da leider das Wetter umschlägt.

Es beginnt zu nieseln und wir laufen zurück Richtung Rosengarten, wo wir uns ein gemütliches Plätzchen auf der überdachten Terrasse des Fähranlegers suchen. Bei einem leckeren Glas Riesling vom Weingut Robert Weil, schauen wir den Schiffen zu, wie sie auf dem Wasser an uns vorbei ziehen und stellen mal wieder fest, wie schön wir es doch haben rund um Wiesbaden. Der Rheingau ist einfach immer eine Reise wert!

 

Wie kommt die Traube in die Flasche?

Wein kann ich. Praktisch. Theoretisch nicht so wirklich. Deswegen mache ich mich diesen Herbst auf die Suche nach dem Ursprung des guten Tropfens und versuche herauszufinden, wie die Traube in die Flasche kommt.

Klar könnte ich mich hierzu quer durchs Internet lesen, ich bin aber schon immer ein sehr praktisch veranlagter Mensch. Und weil der Lieblingsmensch passender Weise Winzer ist, durfte ich die letzten Tage ein Mini-Praktikum im Weingut Balthasar Ress machen.

Das Wein-Jahr

Die Reise des Weins beginnt am Rebstock. Ein altes Winzersprichwort sagt: “Der Wein wird im Weinberg gemacht.” Während die Reben im Winter schlafen, werden sie im Frühjahr stabilisiert und beim Wachstumsprozess unterstützt. Im Sommer wird es dann das erste Mal spannend: aus den Blüten werden einzelne kleine Mini-Beeren und die Blätter werden teilweise gezielt  vom Rebstock entfernt, sodass die Sonne ihren Weg zu den Trauben findet und ganze Arbeit leisten kann.

Sobald sich der Sommer zum Ende neigt und der Herbst vor der Tür steht, beginnt auf den Weingütern die Hochsaison. Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das Wetter wird engmaschig beobachtet und jeder Winzer wartet auf den Tag der Tage wenn der Startschuss für die Weinlese fällt.

Zum Zeitpunkt der Ernte müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Werden die Trauben zu früh geerntet, geht der Winzer das Risiko ein, dass sie noch nicht komplett ausgereift sind. Wartet der Winzer zu lange, steigt die Gefahr, dass die Trauben durch Wettereinflüsse anfälliger für Fäule werden. Generell gilt: je mehr Sonne die Trauben abbekommen haben, desto höher ist der Zuckergehalt. Je mehr Zucker, desto mehr Alkohol.

Die Weinlese 2018 beginnt so früh wie nie

Aufgrund des heißen Sommers, fällt der Startschuss in diesem Jahr besonders früh. Fast 3 Wochen früher als gewohnt, beginnt die Weinlese 2018 und alle packen mit an: die Trauben müssen gelesen werden, bevor das Wetter umschlägt bzw. sie anfangen zu faulen. Geerntet wird entweder ganz traditionell in Handarbeit oder mit der Maschine.
Der Maischewagen hinten am Traktor ist schnell gefüllt und alle sind erleichtert: die Trauben sind kerngesund.

Handlese vs. Ganztraubenpressung

Vom Weinberg aus werden die Trauben zur Weiterverarbeitung ins Weingut gebracht. Während die weißen Trauben vollkommen unversehrt im Ganzen in die Presse wandern (Ganztraubenpressung) und nur der Saft vergoren wird, werden die roten Trauben von Hand entrappt, sortiert und in Holzfässer gefüllt, wo die zerquetschen Trauben samt Schale in der Maische das Gären anfangen.

Everything happens for a Riesling

Bevor wir jetzt aber im Keller abtauchen und uns weiter mit der Herstellung von Wein beschäftigen, muss eine wichtige Frage geklärt werden: Was genau hat es eigentlich mit diesem Riesling auf sich, über den immer alle reden?

Ich hab da mal nachgefragt: der Riesling ist die am häufigsten angebaute Rebsorte in Deutschland und wird deswegen auch die “Königin der Weißweine” genannt. Besonders wohl fühlt er sich in sonnigen Weinbergslagen entlang von Flüssen – womit auch die Frage beantwortet ist, warum 80% der im Rheingau verfügbaren Rebfläche von Riesling beansprucht wird. Aus der Riesling-Traube können die unterschiedlichsten Weine entstehen. Vom “Küchenwein” bis hin zum erlesenen Prädikatswein – der Riesling hat viele Gesichter und aufgrund des natürlichen Säuregehalts eignet sich die Rebsorte sogar zur Herstellung von Sekt.

Soweit der theoretischen Teil. Kommen wir zurück zur Praxis.

Die Geheimnisse der Riesling Herstellung

Das Vorklären
Nach dem Pressen sind im Traubenmost noch die sogenannten Trubteilchen. Um diese zu entfernen, füllt der Kellermeister den Most in Stahltanks, wo er über mehrere Stunden hinweg sich selbst überlassen wird, sodass sich die Trubteilchen langsam absetzen können. Im Anschluss kann das Klare ganz einfach abgezogen werden und ist bereit für die Gärung.

Die Gärung
Durch die im Fruchtsaft enthaltene Hefe setzt bei passender Temperatur der natürliche Gärungsprozess ein (Spontangärung) und der Fruchtzucker verwandelt sich nach und nach in Alkohol und Kohlendioxid.
Teilweise wird der biochemische Gärprozess mit dem Zusatz von Weinhefe unterstützt, um die Umwandlung von Zucker zu Alkohol kontrolliert zu beeinflussen. Ein entscheidender Faktor bei diesem Prozess ist die Temperatur. Da bei der Gärung neben Alkohol auch Wärme entsteht, werden die Stahltanks im Weinkeller dauerhaft gekühlt und die Temperaturen regelmäßig kontrolliert.
Das Kohlendioxid entweicht aus den Tanks über die sogenannten Gärtrichter.

Wichtig: CO2 ist geruchlos, unsichtbar und kann zur Kohlendioxid-Vergiftung oder sogar, aufgrund von Sauerstoffmangel, zur Erstickung führen.
Was lernen wir daraus? Es gibt keinen ungefährlichen Weinkeller!

Gut Ding braucht Weile

Jetzt heißt es abwarten: der Wein reift bis zu 12 Monaten in den Stahltanks, bis er in Flaschen abgefüllt wird. Teilweise werden die neuen Weine erst kurz vor der nächsten Ernte abgefüllt und gehen dann Mitte September in den Verkauf. Es bleibt also spannend in den nächsten Monaten und ich bin gespannt, wie “mein” Wein schmeckt, wenn ich im nächsten Jahr die erste Flasche köpfen darf!

* Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Team vom Weingut Balthasar Rees in Hattenheim. Herzlichen Dank noch mal, dass ihr all meine Fragen so geduldig beantwortet habt und Danke auch dafür, dass ich mit anpacken durfte!

 

Dale’s Cake – Hinterhofromantik mitten in Wiesbaden

Ich habe mal wieder ein neues Lieblingsplätzchen gefunden. Mitten in Wiesbaden, in direkter Nähe des Kurparks, bin ich am Montag Nachmittag über die Schwelle von Dale’s Cake gestolpert. Von außen wirkt das Cafe ganz klein und unscheinbar, aber wer durch den Gastraum hindurch geht, wird von einer bezaubernden Hinterhofromantik mitten in Wiesbaden überrascht.

Schlichter Charme – Voller Genuss

Schon beim Betreten des Cafés besticht Dale’s Cake durch seinen schlichten Charme: die Einrichtung ist dezent gehalten, Möbel aus vergangenen Zeiten erzählen stille Geschichten und moderne Accessoires zaubern hier und da ein Lächeln ins Gesicht. Ich mag diese Lädchen in denen unterschiedliche Stile aufeinander treffen und durch persönliche Akzente zum Entdecken. Aber (!) alle die mich kennen wissen: das Interior kann noch so hübsch sein, der Kaffee muss überzeugen. Also setze ich mich bei spätsommerlichen 23 Grad in den romantischen Hinterhof und bestelle einen Cappuccino.

Hinterhofromantik mitten in Wiesbaden

Es ist ruhig dort wo ich sitze. Um mich herum wachsen Blumen über Blumen und ich bin umringt von lauter entspannten Menschen, die sich unterhalten und Geschichten austauschen. Ich mag es hier, zücke mein Notizbuch und schreibe, schreibe und schreibe … Es sind eben jene Orte nach denen ich immerzu suche, wenn ich unterwegs bin. Orte die mich inspirieren, Orte an denen ich atmen kann, ohne darüber nachzudenken. Orte an denen die Worte einfach aus mir heraus fließen. Schnell ist der Capuccino (der übrigend vorzüglich schmeckt) getrunken und ich schrecke auf, weil mein Handy klingeln. Wo ist die Zeit hin?! Bevor ich allerdings weiter muss, lasse ich es mir nicht nehmen und bestelle noch einen zweiten Cappucchino samt einem Stück Kuchen. Denn für seine Kuchen ist das Dale’s Cake über Wiesbadens Grenzen hinaus bekannt.

Hausgemachte Köstlichkeiten – mit Liebe gebacken!

Die beiden Inhaber Ly und Dale haben sich mit dem Café einen Lebensraum erfüllt und bieten in ihrem eigenen Reich, inspiriert von Dales Familien-Rezepten, American Baked Goods an. Vom Apple Crumble, über Death by Choclate bis hin zum zuckersüßen Cupcake: Alle Kuchen werden in liebevoller Handarbeit mit hochwertigen regionalen Zutaten in der eigenen Küche gezaubert. So viel kann ich jedenfalls versprechen: ich werde wieder kommen. Denn das Dale’s Cake bietet neben den süßen Leckereien auch einen gesunden Mittagstisch und lockt außerdem mit einem seeeeehr verführerischen Frühstücksangebot. Auf bald liebes Dale’s Team!